Wie schön, dass wir beisammen sind..

Farbschlachten, -bomben, – spritzer, phosphoreszierendes Licht in Flaschen von annodazumal leuchtend, Lagerfeuer, die riesenhaften Schatten der Geisterbäume, untermalt vom Brummen des Generators und übertont von Tromelstürmen, von dem angesagten nigerian/Pop/Reaggae-Mix von DJ BadKillah und natürlich flirrendem Stimmengewirr. Ganz Jujuba scheint sich auf Benna Kunda versammelt zu haben. Aber aus welchem Anlass? Na? Happy Birthday to you, happy birthday to you, happy birthday to … VOLNET! 11 Jahre hat unser kleines deutsch-gambisches Netzwerk nun schon auf dem Buckel, die Teenagertage rücken näher. Und mir wird schwindelig bei dem Gedanken daran, wie viel Leben und Geschichten, wie viel zwischenmenschliche Begegnungen, Gefühle und Ereignisse verknüpft sind mit diesem Verein, von dem wir Teil sind und so Viele und so Vieles, das wir nicht einmal erahnen können. Von Freude und Freundschaft, Streit, Enttäuschungen, Hoffnungen, wegweisenden Erkenntnissen, Prägungen, Veränderungen. Von Lebendigem. Wenn man mich fragen würde, was Volnet eigentlich ist oder was es bedeutet, dann würde ich wohl genau das antworten: Dass es Menschen und Geschichten sind, miteinander verwoben.

Davor haben wir tageweise in B.s kleinem Zimmer gehockt und die Köpfe zusammmen gesteckt. Solch eine Festivität will gut vorbereitet sein. Und in Gambia sind die Ansprüche hoch. Sind nicht alle Gäste mit ausreichend Wonjo, Baobab Juice und Bena Chin versorgt, würde das die Gastgeber in ein schlechtes Licht rücken. Und wir hatten Lust, ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen. S. und seine Kombo haben unsere Gäste trommelnd herbeigelockt, die movie group Sketches aufgeführt, das nigalnagelneue Volleyball- und das endlich fertig renovierte Basketballfeld sind offiziell und unter strömenden Schweißbächen eingeweiht worden. Beim Kampf um die schwindenden Stühle bei unserem Reise nach Jerusalem-Spiel erhitzten sich die Gemüter genauso wie bei der dancing und der eating competition (bei letzterer musste unter Beweis gestellt werden, welcher Teilnehmer als Erster ein ganzes Tapalapa-Brot hinunterschlingen kann, hier selbst im Fernsehen der Renner). Zwischenzeitlich hat sich mal wieder mein berüchtigtes Gastgebersyndrom eingeschaltet und ich bin hektisch zwischen Store Room, Tribüne und Rundhütte auf- und abgelaufen, doch die allgemeine Zufriedenheit und gute Stimmung waren so ansteckend, dass selbst ich mich ihnen zuletzt nicht mehr verwehren konnte und mich mit einem beruhigten Lächeln in die Flut von Tänzern habe hineinfallen und mitreißen lassen.

Ein nächtlicher Blick vom Rande des Geschehens: Benna Kunda leuchtet. Schatten, Farben, Formen beben. Benna Kunda so lebendig zu sehen, das macht glücklich. Ein Geburtstagsleuchten, was hoffen lässt auf viele weitere leuchtende Geburtstage. Und wir zusammen (und insbesondere O. mit seinen Elektriker-Skills) haben und lassen Benna Kunda leuchten und alle, die mit uns feiern.

Eine Woche darauf bin ich bei einer angesagten Party in meiner Schule gewesen. (Ja, es verwirrt mich noch immer meinen Arbeitplatz nachts in einen Club verwandelt vorzufinden und dort, wo tagsüber meine Kinder spielen, in eine ominös duftende Rauchwolke eingehüllt zu sein.) Nicht ohne Befriedigung stelle ich aber fest, dass unsere Anniversary mehr Gäste versammelt hat als selbst der sagenumwobene DJ Lassis. Der nicht einmal mit dem Alkalo höchstpersönlich als VIP-Gast aufwarten konnte.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s